Die Blutegeltherapie gehört zwar zu den ausleitenden Verfahren, allerdings beruht die Wirkung auf der Einleitung von Substanzen im Speichel der Blutegel. Für was ist die Blutegeltherapie gut? Bei welchen Beschwerden helfen Blutegel?
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Der Speichel des Blutegels enthält wertvolle Substanzen
Mittlerweile ist wissenschaftlich belegt, dass der Speichel der Blutegel wertvolle Substanzen enthält. Die Substanzen im Speichel der kleinen Würmer wirken:
- analgetisch
- entzündungshemmend
- gerinnungshemmend
- schmerzlindernd
- blutverdünnend
- thrombolytisch
- sowie anregend für den Blut- und Lymphkreislauf
Die Blutegeltherapie gehört zu den ältesten Heilverfahren und wird seit mehr als 2000 Jahren zur Behandlung unterschiedlichster Beschwerden angewendet.
Da der Speichel des Blutegels blutverdünnend wirkt, sollten Patienten, die blutverdünnende Medikamente nehmen von einer Blutegeltherapie Abstand nehmen.
Welche Substanzen sind im Speichel von Blutegeln enthalten?
Noch hat die Wissenschaft längst nicht alle Substanzen und Wirkstoffe im Speichel der Blutegel isolieren können. Mittlerweile geht die Wissenschaft davon aus, dass der Speichel der kleinen Tiere über 100 verschiedene Substanzen enthält. Zu den Substanzen zählen unter anderem Enzyme, Proteine, Lipide, Proteine und andere Moleküle.
Die folgenden Substanzen sind erforscht und gehören zu jene, die sich für die Wirkung verantwortlich zeigen:
- Hirudin – ist die vielleicht wichtigste Substanz im Speichel. Hirudin wirkt gerinnungshemmend.
- Calin – hat entzündungshemmende Eigenschaften und wirkt zudem schmerzlindernd
- Eglin – hemmt ebenfalls die Blutgerinnung
- Destabilase – hindert die Ausbreitung von Blutgerinnseln und wirkt ebenfalls hemmend auf die Blutgerinnung
Bei welchen Erkrankungen macht die Blutegeltherapie Sinn?
Die Blutegeltherapie (Hirudotherapie) wird vor allem bei folgenden Beschwerdebildern angewendet:
- Arthrose
- Venenentzündung
- Lymphödem
- Rheuma
- Gicht
- Lymphstauungen
- chronische Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen
- Venenschwäche
- Tinnitus
- Sehnenscheidenentzündung
- Krampfadern
- Schmerzen im Gelenksapparat
- Tennis- und Golferarm
Im Rahmen einer Studie in Bezug auf die Behandlung von Arthrose, haben 75 Prozent der Studienteilnehmer über eine Besserung beziehungsweise Linderung der Beschwerden nach der Behandlung berichtet. Damit konnten die Tierchen besser abschneiden, als Diclofenac und das ohne nennenswerte Nebenwirkungen.
In Bezug auf folgende Erkrankungen liegen mittlerweile wissenschaftliche Studien vor, die eine Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung belegen:
- Gonarthrose
- Rhizarthrose
- Epikondylitis
Wie läuft die Blutegelbehandlung ab?
Wichtig ist, dass im Vorfeld mögliche Problemfelder (z. B.: blutverdünnende Medikamente, etc.) erörtert und besprochen werden. Wichtig ist, dass du im Erstgespräch auch über mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen informiert wirst.
Bevor du dir die Blutegel anlegen lässt, wirf einen Blick auf die Tierchen. Zugegeben appetitlich ist anders, aber du musst keine Angst vor diesen Tieren haben. Der „Biss“, der eigentlich keiner ist, ist kaum spürbar und schmerzt auch nicht. Allerdings ist der Anblick während der Behandlung – die immerhin 1,5-2 Stunden dauern kann – nicht wirklich schön.
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Grundsätzlich empfehlen wir – abhängig an welcher Körperstelle die Blutegel eingesetzt werden – maximal zwei bis fünf Blutegel pro Behandlung einzusetzen.
Damit Infektionen durch Bakterien bei der Behandlung ausgeschlossen werden können, sollten nur Blutegel aus geprüften Laboren zum Einsatz kommen. Wichtig ist auch, dass der Blutegel ausschließlich bei dir angewendet wird und nicht zuvor zur Behandlung anderer Patienten eingesetzt worden ist. Nach der Behandlung müssen die Tiere leider entsorgt werden.
Da die Tiere auf grelles Licht sehr empfindlich reagieren, sollte während der Behandlung gedämpftes Licht zum Einsatz kommen. Das vermeidet unnötigen Stress bei den Tieren. Blutegel reagieren auch empfindlich auf Gerüche, daher solltest du vor der Behandlung auf Parfüm, Sprays, Seifen und Cremen verzichten.
Wichtig ist auch, dass die Blutegel solange an der Behandlungsstelle verbleiben, bis sie von selbst abfallen. Die Tiere sollten nicht gewaltsam entfernt werden.
Die Therapie selbst dauert zwischen 20 Minuten bis zu zwei Stunden. Daher solltest du natürlich auch etwas Geduld mitbringen. Nach der Behandlung – also wenn die Blutegel von selbst abgefallen sind – wird die Behandlungsstelle entsprechend verbunden. Du kannst den Verband bei einer starken Nachblutung selbst wechseln. Nach Abklingen der Nachblutungen, sowie dem entsprechenden Wunderschluss kann es bei der Heilung der „Bisswunde“ zu Juckreiz kommen. Du kannst zur Linderung eine Salbe verwenden, die den Juckreiz lindert (z. B.: Fenistil). Wichtig: die Wunde darf bei Anwendung solcher Cremes nicht mehr bluten.
Die Nachblutungen halten in der Regel 12 bis 24 Stunden an. Patienten können in dieser Zeit 20-30ml Blut verlieren. Also kein Grund zur Panik, wenn du stärkere Nachblutungen hast.
Die Behandlung selbst wird von betroffenen Personen als schmerzfrei, bis hin zu leichtem Schmerz beschrieben.
Gibt es bei der Blutegeltherapie Nebenwirkungen?
Nebenwirkungen beziehungsweise unangenehme Beschwerden treten bei der Blutegeltherapie nur sehr selten auf. Bei empfindlichen Patienten kann es zu folgenden Problemen nach der Behandlung mit Blutegeln kommen:
- starke Rötung
- starker Juckreiz
- allergische Reaktionen
- verstärkte Blutungen
- Wundheilungsstörungen
Allerdings sind diese Nebenwirkungen nur sehr selten und lassen normalerweise innerhalb kurzer Zeit nach.
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