Schwedenkräuter – Rezepte, Wirkung und mehr

Schwedenkräuter - Rezepte, Wirkung und mehr

Schwedenkräuter haben vielleicht durch Maria Treben an Beachtung gewonnen. Wir haben auf naturalsmedizin.com bereits über den bekannten Schwedenbitter berichtet. Warum Schwedenkräuter oder vielleicht auch Bitterkräuter heute wieder in aller Munde sind, das liegt auf der Hand! Unsere Wohlstandsgesellschaft hat dazu geführt, dass wir Kräuter in unseren Speisen vernachlässigen. Das wirkt sich auf Magen- und Darm aus und kann auch langfristig unser Immunsystem schwächen. Wie sie dem entgegen wirken können, erfahren sie im aktuellen Beitrag.

Geschichtliches zum Thema Schwedenkräuter und Bitterpflanzen

Bitterkräuter sind für das Wohlbefinden unerlässlich

Couleur / Pixabay – Bitterkräuter sind für das Wohlbefinden unerlässlich

Unsere Ahnen mussten sich – bedingt durch fehlende Medikamente – alternativ behandeln. Zum einen wusste man um die positive Wirkung von Bitterpflanzen auf den Verdauungstrakt und hat diese daher nach Möglichkeit bei allen Mahlzeiten zu sich genommen. Zum anderen haben Menschen, wie zum Beispiel Maria Treben, versucht, mit entsprechenden Kräutermischungen das Wohlbefinden der Menschen zu beeinflussen. So wurde zum Beispiel der Theriak (spezielle Kräutermischung) als Allheilmittel eingesetzt. Maria Treben hat den sogenannten kleinen Schwedenbitter bevorzugt und dabei auf Dr. Samst verwiesen. Dieser soll im dreißigjährigen Krieg die Soldaten mit diesem Elexier gestärkt haben.

Maria Treben war es schlußendlich auch, die den Schwedenkräutern zu neuem Ruhm verhalf. Noch heute wird die bekannte Kräutermischung in unterschiedlichen Formen im Handel angeboten:

  • Schwedenbitter
  • Kräuterbitter
  • Lebenselexierschw
  • Bittere Schwedentropfenschwedenkräutersc

Anwendung der Schwedenkräuter

Wirkung der Mischung ist vor allem auf die wertvollen Bitterpflanzen und deren Inhaltsstoffe zurückzuführen. Bitterstoffe sind wichtig für die Verdauung. Sie regen die Sekretion von Speichen, Magensaft und Gallenflüssigkeit an. Damit lindern sie das typische Vollegefühl, Blähungen oder aber auch Oberbauchbeschwerden. Zudem helfen sie dabei den Stoffwechsel anzuregen und unterstützen somit den Organismus dabei, die Selbstheilungskräfte anzuregen. Bitterpflanzen und deren Wirkstoffe helfen zudem dabei, die Durchblutung der Organe zu fördern und helfen der Leber bei ihrer Entgiftungsarbeit.

Äußerliche Anwendung von Schwedenkräutern

Wichtig bei der äußerlichen Anwendung ist, dass die zu behandelnden Hautstellen zuvor eingefettet werden. Dazu kann entweder Vaseline oder zum Beispiel die Ringelblumen-Salbe eingesetzt werden. Dies ist deshalb wichtig, da es ansonsten bei empfindlichen Menschen zu Hautreizungen kommen kann.

Die äußerliche Anwendung ist einfach. Geben sie in eine Schale im Verhältnis 1:1 Wasser und Schwedenbitter. Tränken sie anschließend ein Tuch (Handtuch, Geschirrtuch, etc.) damit und legen sie es auf die zu behandelnde Stelle auf. Lassen sie das Ganze einwirken bis sie das Gefühl haben, der Umschlag ist trocken (20-30 Minuten). Diese Anwendung können sie mehrmals täglich wiederholen.

Wo werden die Schwedenkräuter äußerlich angewendet?

  • Wunden
  • Brandwunden
  • Narben
  • Verletzungen
  • Hautausschlägen
  • Akne
  • Nagelbettentzündung
  • Muskelzerrungen
  • Kopfschmerzen
  • Rheumabeschwerden
  • Schwindel
  • Erfrierungen
  • Hämorrhoiden
  • Furunkel

Sollten sie Hühneraugen oder Warzen mit Schwedenkräutern behandeln wollen, dann können sie die Essenz unverdünnt auf die entsprechenden Hautareale auftragen und einwirken lassen.

Innerliche Anwendung von Schwedenkräutern

Schwedenkräuter werden aber vor allem auch innerlich angewendet und der Behandlungserfolg gibt in vielen Fällen Recht. Dabei können sie den Schwedenbitter entweder unverdünnt oder verdünnt einnehmen. Nehmen sie diesen unverdünnt ein, dann können sie täglich drei bis fünf Teelöffel des Schwedenbitters einnehmen. Wer ihn lieber verdünnt, der kann den Schwedenbitter mit Wasser, Tee oder Saft mischen. Es ist dabei empfehlenswert den Schwedenbitter am Morgen auf nüchteren Magen einzunehmen, da sich dann die Wirkung am besten entfalten kann.

Schwedenkräuter werden innerliche bei folgenden Problemen eingesetzt:

  • Verdauungsproblemen
  • Appetitlosigkeit
  • Magen-/Darmkrämpfe
  • Leber- und Gallenerkrankungen
  • Verstopfung
  • Rheuma
  • Gelbsucht
  • Fieber oder Grippe
  • Hals- und Kopfschmerzen
  • Neurodermitis
  • Ödeme
  • Mensturationskrämpfe
  • Blutarmut
  • Mundentzündungen

Welche Pflanzen sind im Schwedenbitter enthalten?

Kleiner Schwedenbitter

  • Aloe vera
  • Myrrhe
  • Safran
  • Sennesblättern
  • Kampfer
  • Rhabarberwurzel
  • Zittwerwurzel
  • Manna
  • Theriak
  • Eberwurzwurzel und
  • Angelikawurzel

Großer Schwedenbitter

  • Enzianwurzel
  • Tormentill (Blutwurz)
  • Muskat
  • Kalmus
  • Diptamwurzel
  • Tonerde und
  • Bibergeil

Da nicht alle Pflanzen leicht erhältlich sind und waren, versteht es sich von selbst, dass der Schwedenbitter eine durchaus kostspielige Kräuteralternative darstellt. Im Übrigen sind auch Anwendungen mit Kalmus durchaus von ähnlicher Wirkung geprägt. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass das Wirkspektrum nicht so ausgeprägt ist, wie das der hier angeführten Kräutermischungen.

Wer sollte Schwedenkräuter nicht einnehmen?

Schwangere sollten vor der Einnahme von Schwedenkräutern mit dem Arzt sprechen

Free-Photos / Pixabay – Schwangere sollten vor der Einnahme von Schwedenkräutern mit dem Arzt sprechen

Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass die Kräutermischung gut verträglich ist. Allerdings sollten Schwangere die Einnahme mit dem Arzt abklären und Alkoholiker auf die innerliche Anwendung verzichten, da der im Handel erhältliche Schwedenbitter in der Regel Alkohol enthält. Wenn sie den Schwedenbitter bei Kindern anwenden, dann reduzieren sie die Dosis bei der innerlichen Anwendung auf maximal zwei Einnahmen pro Tag. Allergiker müssen vor der Einnahme eine mögliche Allergie auf die einzelnen Wirkstoffe abklären lassen.

Welche Inhaltsstoffe fördern die Wirkung der Schwedenkräuter?

  • Bitterstoffe
  • ätherische Öle
  • Gerbstoffe
  • Salicylsäure

Rezept für den kleinen Schwedenbitter zum selbst ansetzen

  • 10 g Angelikawurzel
  • 10 g Rhabarberwurzel
  • 10 g Zitwerwurzel
  • 5 g Eberwurzel
  • 10 g Aloe
  • 5 g Myrrhe
  • 10 g Sennesblätter
  • 0,2 g Safran
  • 10 g Naturkampfer
  • 10 g Manna
  • 10 g Theriak venezian
  • 1,5  Liter Korn oder Branntwein

Verwenden sie für das Ansetzen des Schwedenbitters einen hochwertigen Korn oder Branntwein. Ideal, wenn sie diesen von einem Bauern in der Region beziehen, der auch Bio-Landwirtschaft betreibt. Für die anderen Inhaltsstoffe empfiehlt es sich, diese in der Apotheke zu besorgen. Damit sichern sie sich ein gute, kontrollierte Qualität eben dieser. Geben sie alle Kräuter und Wurzeln in einen Topf und übergießen sie diese mit dem Korn, Obstler oder Branntwein. Lassen sie das Gemisch, abgedeckt, für mindestens 14 Tage ziehen – besser noch drei Wochen. Anschließend seihen sie das Ganze ab und füllen es in dunkle Fläschchen. Fertig ist ihr eigener kleiner Schwedenbitter.

Rezept für den großen Schwedenbitter zum selbst ansetzen

  • 26 g Wermut
  • 13 g Myrrhe
  • 1 g Safran
  • 2 g Sennesblätter
  • 2 g Kampfer echt
  • 9 g Zittwerwurzel
  • 4 g Eberwurz
  • 7 g Angelikawurzel
  • 18 g Rhabarber
  • 18 g Theriak venezian
  • 35 g Muskatnuss
  • 18 g Kalmus
  • 7 g Enzianwurzel
  • 5 g Lärchenschwamm
  • 2 g Tormentill
  • 2 g Bibergail
  • 2 g Muskatblüte
  • 5 g roter Ton
  • 7 g Kieselerde
  • 2,5 Liter Doppelkorn, Branntwein oder Obstler

Wie auch beim kleinen Schwedenbitter erfolgt das Ansetzen in gleicher Form. Auch hier empfiehlt es sich, die Ziehphase auf 3 Wochen auszudehnen.

Sowohl den kleinen, als auch den großen Schwedenbitter sollten sie, wenn sie ihn selbst ansetzen, täglich schütteln.

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