Weihrauch (Boswellia) – viel mehr als nur heiliges Räucherwerk

Das wohlriechende Räucherharz kennt man hier zu Lande vor allem aus der Kirche. Es findet aufgrund seiner reinigenden Wirkung und seines angenehmen Duftes bei vielen – nicht nur kirchlichen – Ritualen seinen Einsatz. Weihrauch (Boswellia) kann aber viel mehr! Nicht ohne Grund findet er seit vielen Jahren im asiatischen Bereich auch medizinisch seinen Einsatz. Was der Weihrauch kann und wofür er gut ist, erfahren sie in diesem Beitrag.

Die Wirkung des Weihrauches

Das Harz des Boswellia-Baumes wirkt nachweislich antibakteriell. Dass er in vielerlei Hinsicht positive Wirkung auf den menschlichen Körper hat, beweist unter anderem auch, dass man im Mittelalter versuchte, der Pest mit Weihrauch Herr zu werden. Dass dieser Ansatz nicht ganz von der Hand zu weisen ist, kann auf seine desinfizierende Wirkung zurückgeführt werden.

Weihrauch wird in der ayurvedischen Medizin seit 5000 Jahren eingesetzt. Bereits damals wurde er für Erkrankungen wie Rheuma, Asthma, Bronchitis, Haut- und Darmerkrankungen eingesetzt. In der westlichen Medizin wurde seine Wirksamkeit bei chronischen Entzündungen unter Beweis gestellt und findet daher in diesem Bereich seine Anwendung.

Die Wirksamkeit von Weihrauch (Boswellia) wurde bislang in folgenden Bereichen nachwegewiesen:

  • Chronische Entzündungen (Magen-/Darmbereich, Gelenke)
  • Rheumatische Erkrankungen

Linderung von Symptomen konnte bei folgenden Krankheiten festgestellt werden:

  • Neurodermitis
  • Hirntumore
  • Multipler Sklerose

Laut deutschen Forschern besteht das Harz des Boswellia Baumes aus 80 chemischen Verbindungen. Die Boswelliasäure ist zum Beispiel maßgeblich verantwortlich an seiner entzündungshemmenden Wirkung.

Weihrauch (Boswellia) wird aufgrund der nachgewiesenen Wirksamkeit auch im europäischen Arzneibuch gelistet. Dort wird er als wirksames Heilmittel bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen und entzündlichen Darmerkrankungen (wie z. B. Morbus Crohn, Colitus ulcerosa oder Kollagene Kolitis) angeführt. Dennoch ist in Deutschland kein Weihrauch-Präparat als Arzneimittel zugelassen. Erhältlich ist Weihrauch als Nahrungsergänzungsmittel.

Arthrose / Osteoarthritis

Die Behandlung von chronisch degenerativen Gelenkserkrankungen gehört zu den vielleicht häufigsten Einsatzgebieten, bei denen Weihrauch (Boswellia) seinen Einsatz findet.

Laut klinischen Studien kam es beim Einsatz von Weihrauchkapseln bei Betroffenen, die unter Schmerzen und Bewegungseinschränkungen aufgrund altersbedingter Abnutzungen (Arthrose) leiden, zu einer Linderung.

Im Vergleich zu schulmedizinischen Präparaten war die Wirksamkeit zwar nicht so ausgeprägt, wie zum Beispiel beim Einsatz von typisch entzündungshemmenden Medikamenten, dennoch sollte der Einsatz bei leichter ausgeprägter Symptomatik aufgrund der Nebenwirkungen von schulmedizinischen Präparaten in Erwägung gezogen werden.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Gerade im Bereich chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen wird Weihrauch (Boswellia) immer wieder eingesetzt.

Asthma bronchiale

Untersuchungsergebnisse zum Einsatz und dessen Erfolg von Weihrauch bei Asthma bronchiale liegen zwar noch nicht vor beziehungsweise sind noch nicht von Relevanz. Allerdings konnten bei Betroffenen die an Asthma bronchiale leiden bei hochdosiertem Einsatz gute Ergebnisse erzielt werden.

Vor allem bei allergisch bedingtem Asthma konnte Weihrauch als Leukotrienhemmer positiv eingesetzt werden. Damit ist er gerade in jenen besonderen Fällen eine durchaus gute Alternative zu Cortison.

Angst und Depressionen

Incensol ist ein weiterer Inhaltsstoffes des hochwertigen Harzes. Dieser ist in der Regel zwischen 2,5-3 % im Harz enthalten. Incensol hat eine angstlösende und antidepressive Wirkung.

Insbesondere bei der Behandlung von Depressionen sollte unbedingt eine fachärztliche Abklärung beziehungsweise Begleitung erfolgen! Depressionen sind mitunter eine lebensgefährliche Erkrankung, die keinesfalls unterschätzt werden darf und fachmännisch abgeklärt gehört.

Weihrauch beliebt in der Aromatherapie

Eine besondere Rolle nimmt der Weihrauch (Boswellia) in der Aromatherapie ein. Hier gilt er als sanftes Mittel, das die Selbstheilungskräfte des Körpers anregt und zudem die menschliche Psyche beeinflusst.

Entzündungshemmendes Gurgelwasser

Das Olibanum-Öl hat, wie die Boswellia Kapseln selbst, eine entzündungshemmende Wirkung. Daher kann es bei folgenden Beschwerden bestens und wirkungsvoll zum Einsatz gebracht werden:

  • Aphten im Mund
  • Zahnfleischentzündung
  • Mandel- oder Rachenentzündung
  • Husten und Bronchitis

Für die Anwendung geben sie 4-5 Tropfen des Öls in warmes Wasser oder eine Tasse Salbei- oder Kamillentee. Gurgeln sie damit mehrmals täglich.

Wichtig:

Bei vielen der hier vorgestellten Einsatzgebiete von Weichrauch (Boswellia) handelt es sich um schwere Erkrankungen, die unbedingt fachärztlich abgeklärt gehören. Sollten sie die alternative Behandlung vorziehen oder diese unterstützend einsetzen, sollten sie einen versierten Naturheilpraktiker aufsuchen, um die Therapie auf ihren individuellen Bedarf abstimmen zu können.

Weihrauch als Heilmittel – Eberhardt Karls Universität Tübingen

Details zur entzündungshemmenden Wirkung der Boswelliasäure finden sie unter anderem hier:

Weiterführende Informationen:

Naturheilzentrum Doris Jäger

Frickenescherweg 5, A-6922 Wolfurt

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