Ausleitende Verfahren –Schwitzen, Fasten und Blutegel

Schröpfen

Fotograf: Schorle / Schröpfen

Ausleitende Verfahren sind basistherapeutische Behandlungsmethoden, die zur Entgiftung von Körpersäften dienen sollen. Im weiteren Sinne sollen eliminationspflichtige Stoffwechselprodukte (schädliche oder überflüssige Körpersäfte und Energien im Sinne der Humoralmedizin) vermehrt zur Ausscheidung gebracht werden. Dabei ist das Ziel der Behandlung, den Körper durch die Ausleitung zu entlasten. Wie auch bei der TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin) sprach bereits Hippokrates von Kos von schlechten Mischungen von Blut, Galle und Schleim. Einem Ungleichgewicht im eigenen Körper.

 

Welche ausleitenden Verfahren gibt es?

 

  • Schröpfen
  • Fasten
  • Aderlass
  • Blutegel
  • Baunscheidttherapie
  • Wickel
  • Schwitzkuren
  • Basische Bäder
  • Erbrechen
  • Ausleitung über den Darm (Heilkuren, …)
  • Ausleitung über den Urin (Trinkkuren, …)

Schröpfen

 

Schröpfen ist ein traditionelles Therapieverfahren, bei dem auf einem Hautareal ein Unterdruck aufgebracht wird.

Das trockene Schröpfen

 

Das trockene oder „unblutige“ Schröpfen ist energiezuführend und bewirkt, dass ein bestimmtes Organ wieder aktiviert wird. Beim trockenen Schröpfen wird ein Schröpfglas auf unversehrte Hautstellen gesetzt und dort ein Unterdruck erzeugt, um Schadstoffe über die Haut ab- bzw. auszuleiten. Der Unterdruck kann durch eine Absaugvorrichtung im Schröpfglas erzeugt werden.
Das trockene Schröpfen ist vor allem ein Hautreizmittel mit einer optimalen Wirkung im Sinne einer Eigenblutbehandlung durch den erzeugten Bluterguss auf einer bestimmten Reflexzone. Durch das unblutige Schröpfen kann durch einen äußeren Hautreiz auf ein bestimmtes inneres Organ eingewirkt werden.

Pulsierende Schröpftherapie

 

Die pulsierende Schröpftherapie ist eine Kombinationstherapie – Schröpfen mit Massage. Die Wirkung dieser Art der Schröpftherapie hat eine besondere Tiefenwirkung. Durch das klassische Schröpfen wird das Gewebe mit Nährstoffen versorgt und gleichzeitig durch den Impuls (Massage) bewegt. Während des Schröpfens erfolgt ein zusätzlicher Transport der Körperflüssigkeiten durch die Massagewirkung des Impulses.

Puls-Schröpfen ist die beste Bewegung ohne Belastung. Die Zellaktivitäten werden durch die Kombinationstherapie angeregt und fördern den Abbau von Blockaden. Die Lymphdrainage mit der pulsierenden Schröpftherapie ist besonders nach operativen Eingriffen oder nach ausgeheilten operativen Eingriffen zu empfehlen. Durch das leicht stehende Vakuum sind die Gefäße geöffnet, der Puls löst dann Ablagerungen, die in geöffnete Gefäße (Lymphgefäße) abtransportiert werden. Auch bei Arthrose ist der Einsatz dieser Art der Schröpftherapie empfehlenswert.

Blutiges Schröpfen

 

Beim blutigen Schröpfen wird die Haut vor der Behandlung mit einer Blutlanzette angeritzt. Dann zieht der Unterdruck das Blut verstärkt durch die Verletzungen heraus. Das blutige Schröpfen ist wie ein örtlicher Aderlass, das entzündungswidrig, schmerz- und krampfstillend, blutverdünnend und blutreinigend wirkt. Durch das blutige Schröpfen kann somit ein entscheidender Einfluss auf die gesamten Immunitätsvorgänge des Körpers genommen werden. Das blutige Schröpfen wird häufig bei folgenden Indikationen angewendet:

  • Apoplexie (Schlaganfall)
  • Asthma
  • Augenleiden
  • Bronchitis
  • Depressionen
  • Gallen- und Nierenkolik
  • Hypertonie/Hypotonie
  • Ischialgien
  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Kehlkopfentzündungen
  • v. m.

Baunscheidt-Verfahren

 

Das Baunscheidt-Verfahren geht auf Ingenieur Carl Baunscheidt (1948) zurück. Die Baunscheidttherapie ist in dieser Form nur im deutschsprachigen Raum verbreitet.  Man verwendet ein Nadelgerät, später als Lebenswecker bezeichnet, und ein Hautreiz-Öl, welches Quaddeln auf der Haut erzeugt. Dieser künstliche Hautausschlag dient zur Ausleitung von Schlackenstoffen des Lymphsystems aus dem Organismus.

Das Baunscheidt-Verfahren wird bei folgenden Hauptindikationen angewendet:

  • Schmerzen durch degenerative Veränderungen des Bewegungsapparates
  • Allgemeine Infektanfälligkeit und chronische Infekte
  • Akute und chronische Entzündungen: z.B. chron. Harnwegsinfekte im Bauchbereich, Reizmagen („nervöse Gastritis“), Magenschwäche, exkretorische Pankreasschwäche, chron. Obstipation Reizkolon, etc.
  • Psychische Erkrankungen ( Psychische Labilität, vegetative Dysregulationen, klimakterische Depression)
  • Schwindel und Ohrensausen

Blutegeltherapie – eine der ältesten Heilmethoden

 

Die Blutegeltherapie gehört zu den ältesten Heilmethoden in der überlieferten Medizingeschichte. Seit über 3000 Jahren wird die Blutegeltherapie in der Volksmedizin als Heilmittel eingesetzt. Bei der Blutegeltherapie werden Blutegel angelegt und diese führen einen kleinen Aderlass von acht bis zehn Milliliter Blut herbei. Durch den Speichel der Blutegel, der unter anderem gerinnungshemmende Substanzen enthält kommt es zu Nachblutungen, die teilweise bis zu 24 Stunden andauern können.

Durch die Blutegeltherapie werden  Ablagerungen in den Blutgefäßen beseitigt, gleichzeitig wird das Immunsystem gestärkt und das Blutbild verbessert. Der Lymphstrom wird gefördert und Verspannungen und Krämpfe gelöst. Der Austauschprozess der Zellen mit den umliegenden Gewebsflüssigkeiten wird angeregt, denn Zellen, bei denen der Prozess der inneren Atmung gestört ist, degenerieren, werden anfällig für Krankheitskeime und neigen zu Zellwucherungen.

Durch diese Therapie wird der Körper entlastet sowie entgiftet, wodurch die Lebensqualität enorm gesteigert wird. Die Blutegeltherapie wirkt druck- und schmerzstillend und entzündungshemmend. Der Blutegel transportiert mit dem fast schmerzfreien Biss ein Substanzgemisch genau dorthin, wo er seine Wirkung entfalten soll. Diese Therapie verkürzt praktisch jeden Heilungsprozess, besonders nach Operationen. Die beste Möglichkeit, sich von unbegründetem Ekel zu befreien, besteht darin, sich die lange Liste der Beschwerden anzusehen, bei denen die äußerst sensiblen und eigens dafür gezüchteten Tiere eingesetzt werden. Die Blutegel-Therapie erfreut sich bei Patienten, die den positiven und oft sofortigen Erfolg schon einmal erlebt haben, größter Beliebtheit.

Aderlass

 

Der Aderlass geht bis in die Antike zurück. Beim Aderlass werden dem Patienten teilweise erhebliche Mengen an Blut entnommen.

Zahlreiche Krankheiten werden von den Fließeigenschaften des Blutes entscheidend beeinflusst. Der „große“ Aderlass verdünnt das Blut, reinigt das Blut von „schlechten Säften“, entstaut und entgiftet. Der „kleine“ Aderlass regt an und setzt Impulse, die den Organismus dazu bringen Energie zu mobilisieren und das Immunsystem zu aktivieren. Durch lokale und Mikroaderlässe wird lokale Blutfülle beseitigt und die lokale Mikrozirkulation gefördert.

Zur Anwendung kommen je nach Indikation der große Aderlass, der kleine Aderlass und der Mikroaderlaß.

Weiterführende Informationen

 

Naturheilzentrum Doris Jäger

http://www.naturheilzentrum-jaeger.at

office@nhp-jaeger.at

 

 

 

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